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Viele Einflüsse für unsere persönliche Resilienz
"Rund 100 Faktoren haben Einfluss auf die Resilienz", erklärt Professor Dr. Klaus Lieb, Co-Direktor am Deutschen Resilienz-Zentrum der Universität Mainz. Eine große Rolle spielt etwa die Art und Weise, ob wir optimistisch auf das Leben schauen und wie wir in stressigen Situationen reagieren. Wer ausgeglichen ist, kann schlechte Nachrichten besser relativieren und wird sich weniger aufregen. Weitere wichtige Faktoren, die unsere Resilienz stärken, sind Optimismus und Selbstwirksamkeit - also die Überzeugung einer Person, Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. Aber auch das gesamte soziale Umfeld sei wichtig, so Lieb.
Wer ausgeglichen ist, kann schlechte Nachrichten besser relativieren und wird sich weniger aufregen.
Professor Dr. Klaus Lieb, Co-Direktor am Deutschen Resilienz-Zentrum der Universität Mainz
Daneben gibt es allerdings auch Einflüsse, die wir nicht steuern können. Vernachlässigten Babys oder Kindern, die Gewalt erlebt haben, gelingt es beispielsweise weitaus schlechter, ihr seelisches Immunsystem stabil auszuprägen. Es sei denn - und das ist die gute Nachricht - sie erleben eine stabile Beziehung zu einer Vertrauensperson außerhalb der dysfunktionalen Familie, die ihnen Halt gibt. Das ist zumindest das Ergebnis einer Langzeitstudie der amerikanischen Psychologin Emmy Werner, die 700 Kinder der Insel Kauai von ihrer Geburt an 40 Jahre begleitete. 30 Prozent dieser Kinder wuchsen unter sehr schwierigen Bedingungen auf: Sie waren sehr arm oder kamen aus Familien, die dauerhaft stritten oder in denen die Eltern psychisch krank waren. Von diesen Risikokindern entwickelte sich jedoch ein Drittel erstaunlich gut, wenn sie eine Bezugsperson hatten, die ihnen als soziales Vorbild diente.
Einen guten Start in diese neue Woche und herzliche Grüße
Andreas Kühn